Entdecken Sie eine wirkungsvolle Methode, um Verhaltensprobleme bei Pferden zu lösen, indem Sie verborgene Schmerzen erkennen und diese heilen

Von James French

Solving Horse Behaviour Problems: Recognising and Relieving Pain Naturally

Verhaltensauffälligkeiten bei Pferden verstehen

Das Lösen von Verhaltensproblemen bei Pferden ist vielleicht einfacher, als Sie denken! Pferde kommunizieren, wie alle Tiere, über ihr Verhalten. Wenn ein Pferd Verhaltensauffälligkeiten wie Buckeln, Steigen, Beißen oder die Weigerung, sich anfassen zu lassen, zeigt, ist dies kein Akt der Auflehnung, sondern eine Reaktion auf ein zugrunde liegendes Problem. Viele dieser Probleme rühren von körperlichen Schmerzen oder emotionalem Stress her. Das Erkennen und natürliche Ansprechen dieser Ursachen ist der Schlüssel zu einer dauerhaften, auf Vertrauen basierenden Beziehung zu Ihrem Pferd.

Warum Sie das eigentliche Problem leicht übersehen könnten

Es passiert unglaublich leicht, das Verhalten eines Pferdes falsch zu interpretieren und nicht zu erkennen, dass Schmerzen die eigentliche Ursache sind. Oftmals ist das, was als Sturheit, Trotz oder sogar Aggression erscheint, in Wirklichkeit eine Reaktion auf Unbehagen oder Leid. Ein Pferd, das sich weigert, vorwärtszugehen, ist vielleicht nicht ungehorsam, sondern leidet möglicherweise unter Sattelschmerzen. Ein Pferd, das stark auf Berührungen reagiert, ist vielleicht nicht schwierig, sondern hat möglicherweise tiefsitzende Muskelverspannungen. Da Pferde stille Leidende sind und ihren Schmerz nicht laut äußern, müssen wir lernen, die subtilen Anzeichen zu erkennen und Schmerzen als mögliche Ursache für die „Verhaltensprobleme“ Ihres Pferdes in Betracht zu ziehen, bevor wir davon ausgehen, dass es sich um ein Trainings- oder Persönlichkeitsproblem handelt.

Solving Horse Behaviour Problems: Recognising and Relieving Pain Naturally

Schmerz als Grundursache erkennen

Schmerz ist einer der am häufigsten übersehenen Faktoren bei Verhaltensauffälligkeiten bei Pferden. Pferde sind stille Leidende; sie geben keinen Laut von sich, wenn sie Schmerzen haben, weshalb es umso wichtiger ist, subtile Anzeichen von Unwohlsein zu erkennen. Häufige Ursachen für Schmerzen sind unter anderem:

  • Probleme mit der Sattelpassform – Ein schlecht sitzender Sattel kann starke Beschwerden und sogar langfristige Schäden verursachen.
  • Zahnprobleme – Scharfe Zähne oder Fehlstellungen können den Druck des Gebisses unerträglich machen.
  • Hufschmerzen – Erkrankungen wie Hufrehe oder schlecht ausbalancierte Hufe führen zu Bewegungsproblemen.
  • Muskelverspannungen – Verspannungen aufgrund früherer Verletzungen oder falscher Trainingsmethoden können chronische Schmerzen verursachen.

Zudem sind seelische und körperliche Schmerzen eng miteinander verbunden. Seelische Belastungen können die Ursache für körperliche Schmerzen sein, da sich die durch Emotionen verursachten Verspannungen im Körper in Form von körperlichen Beschwerden äußern können.

Indem wir diese möglichen Ursachen erkennen, können wir unseren Fokus von der Korrektur auf die Linderung verlagern. Wenn Sie feststellen, dass Verhaltensauffälligkeiten auf Schmerzen zurückzuführen sind, ist es entscheidend, dass Ihr Tierarzt Sie bei Ihrer Arbeit unterstützt. Eine professionelle tierärztliche Untersuchung stellt sicher, dass neben dem emotionalen Heilungsprozess auch die körperlichen Aspekte des Unwohlseins berücksichtigt werden.

Die Trust Technique: Eine natürliche Lösung

Die Trust-Technik bietet einen einfühlsamen, achtsamen Ansatz zur Lösung von Verhaltensproblemen, indem sie die Denkebenen reduziert und ein tiefes Gefühl des Friedens zwischen Mensch und Pferd fördert. Im Gegensatz zu Methoden, die auf Dominanz oder Unterdrückung abzielen, fördert die Trust-Technik das „Realisation Learning“ und ermöglicht es dem Pferd:

  • Lösen Sie aufgestaute Anspannung und vergangene Traumata.
  • Entwickeln Sie ein tieferes Gefühl von Vertrauen und Geborgenheit.
  • Werden Sie aufnahmefähiger für positive Lernerfahrungen.
  • Wechseln Sie von einem reaktiven Zustand zu einer ruhigen, aufgeschlossenen Geisteshaltung.

Indem wir achtsam und rücksichtsvoll mit dem Pferd umgehen, helfen wir ihm, sich sicher genug zu fühlen, um seine emotionalen und körperlichen Belastungen zu verarbeiten und loszulassen. Diese Methode erfordert Geduld, führt jedoch zu tiefgreifenden und dauerhaften Veränderungen. Wenn wir zudem den Geist des Pferdes in einen ruhigen Zustand versetzen, werden Schmerzbereiche viel effektiver sichtbar, als wenn wir das Pferd nur oberflächlich betrachten. Dieses tiefere Bewusstsein ermöglicht ein genaueres Verständnis körperlicher Beschwerden und wie man diese angemessen behandelt. Sollten Sie während dieses Prozesses feststellen, dass das Problem möglicherweise körperlicher Natur ist, können Sie einen Tierarzt hinzuziehen, um etwaige zugrunde liegende gesundheitliche Probleme überprüfen und behandeln zu lassen.

Pferde schlafen im Stehen, sie müssen sich nicht hinlegen.

Es geht noch immer das Gerücht um, dass Pferde ausreichend Schlaf im Stehen bekommen. Das ist leider nicht richtig.Sie brauchen mindestens 45 Minuten REM-Schlaf innerhalb von 24 Stunden. Nicht am Stück wie z. B. Menschen. Sie verteilen diese 45 Minuten über 24 Stunden hinweg. Aber sie müssen sich, um in den REM-Schlaf zu kommen, hinlegen!

Es stimmt, dass Pferde im Stehen in einen tiefen Schlaf kommen können, aber sie könnenn im Stehen nicht in den REM-Schlaf kommen und das muss jedes Lebewesen um gesund zu bleiben.

Im REM-Schlaf verlieren wir unsere Muskelkraft. Wenn ein Pferd nun im Stehen in den REM-Schlaf kommt und die Muskelkraft nachlässt fällt es um. Normalerweise wird es, wenn es anfängt zu schwanken, wach und schreckt auf bevor es hinfällt. Allerdings bekommt es dabei nicht ausreichend REM-Schlaf um gesund und ausgeglichen zu sein.

Mal ehrlich: es kennt doch jeder. Du hattest eine fürchterliche Nacht, konntest – warum auch immer – nicht gut schlafen. Der folgende Tag wird in der Regel sehr anstrengend. Deine Laune wird nicht besonders gut sein und du hast zu nichts wirklich Lust.

Nun stelle dir mal vor, dass dein Pferd – vielleicht schon seit Jahren – keinen guten Schlaf bekommen konnte, da es sich – aus welchen Gründen auch immer – nicht hinlegt und deshalb nicht in den REM-Schlaft kommt.

Das muss Auswirkungen auf den Gemüts- und den gesundheitszustand deines Pferdes haben.

Wie kannst du erkennen, ob dein Pferd sich hinlegt oder nicht?

Nun, zuerst einmal sollte dein Pferd Anzeichen auf seinem Fell haben: Sand, Stroh, Spähne oder ähnliches. Sollte das über einen längeren Zeitraum nicht der Fall sein, solltest du hellhörig werden.

Das einfachste, was du nun machen kannst: beobachte dein Pferd über 24 Stunden. Einen großen Teil dieser Zeit kannst du bei ihm verbringen und über Nacht ggf eine Kamera anbringen um zu sehen, ob es sich ggf hinlegt, wenn niemand da ist.

Vielleicht ist dein Pferd unausgeglichen, ängstlich, erschreckt sich leicht oder eben schlecht gelaunt. Das alles können Anzeichen von Schlafmangel sein.

Solltest du nun feststellen, dass sich dein Pferd tatsächlich nicht hinlegt, solltest du handeln.

Wenn du mehr über „Schlafmangel bei Pferden“ erfahren möchtest oder schon festgestellt hast, dass dein Pferd sich nicht hinlegt um zu schlafen, bin ich gerne für euch da um dir und deinem Pferd mit der Trust-Technique zu helfen.

Der Hund braucht konsequente Führung


Der Hund braucht konsequente Führung.
Oder vielleicht etwas ganz anderes.

Ich habe kürzlich einen Facebook-Post gelesen.
Es ging um eine Hündin aus dem Tierschutz, aus Rumänien, seit kurzer Zeit in ihrem neuen Zuhause.

Beschrieben wurde folgendes:
Die Hündin sei sehr territorial geworden – ein Zeichen dafür, dass sie „angekommen“ sei.
Sobald jedoch Besuch die Wohnung betritt, verteidigt sie ihr Revier. Hände und Hosenbeine werden „getackert“, Besucher müssen auf Abstand bleiben.
Auch Situationen auf dem Sofa eskalieren, wenn sie bei der Halterin auf dem Schoß sitzt und sich jemand nähert.

Die Schlussfolgerung der Halter:
Der Hund braucht jetzt konsequente Führung.
Keine Couch mehr.
Sie muss lernen, „wo der Hammer hängt“.

Diese Sichtweise ist kein Einzelfall.
Sie ist Ausdruck eines Denkens, das wir Menschen seit Jahrhunderten gelernt haben:
das Dominanzdenken.

Die Vorstellung, dass Verhalten in erster Linie durch Kontrolle, Konsequenz und Machtdemonstration korrigiert werden muss.
Dass ein Tier lernen müsse, „wer oben steht“.
Dieses Denken ist tief verankert – nicht, weil es richtig ist, sondern weil es lange Zeit so gelehrt wurde.

Aus Sicht der Trust Technique zeigt mir diese Geschichte etwas ganz anderes (ohne die Personen und das Umfeld zu kennen).

Dieser Hund ist nicht angekommen.
Er ist unsicher.

Das sogenannte „Tackern“ ist kein Dominanzverhalten, sondern Selbstschutz.
Der Hund übernimmt Verantwortung, weil er keinen Menschen erlebt hat, der diese Verantwortung für ihn trägt – wahrscheinlich hat er noch nie erfahren, einem Menschen vertrauen zu können.

Was dieser Hund braucht, ist keine Strafe und kein Liebesentzug.
Er braucht einen Anker.
Einen Menschen, dem er vertrauen kann.
Einen Menschen, von dem er weiß:
Du regelst das für mich. Ich vertraue dir.

Wenn wir auf Unsicherheit mit Strafe reagieren – zum Beispiel, indem wir Nähe entziehen oder Regeln plötzlich verschärfen – vergrößern wir diese Unsicherheit.
Unsere gute Absicht kommt beim Hund nicht an.
Für ihn bleibt nur Verwirrung:
Gestern durfte ich, heute nicht mehr. Warum?

Kein Kind würde man für Angst bestrafen.
Bei Tieren ist das leider oft unser Ansatz Nummer eins, da das Verhalten desTieres missverstanden wird.

Die Folgen können sein:

  1. Der Hund verliert das Vertrauen in seinen Menschen.
  2. Die Unsicherheit steigt – und damit auch die Möglichkeit noch unangenehmeren Verhaltens.
    Was wiederum zu noch drastischeren Maßnahmen führt.

Oder der Hund zieht sich innerlich zurück.
Er wirkt „brav“.
Aus Sicht des Menschen funktioniert es – der Hund.

Doch in Wahrheit hat der Hund nicht gelernt, sich sicher zu fühlen.

👉 Im schlechtesten Fall hat der Hund nicht gelernt, dass sein Verhalten Folgen hat. Er weiß nicht was er tun oder lassen soll.
👉 Er hat gelernt, vorsichtig zu sein, weil die Reaktionen seines Menschen unvorhersehbar geworden sind. Die Stimmung meines Menschen kann kippen.
Nicht Vertrauen steuert ihn jetzt, sondern Vorsicht.

Und genau hier wird der Unterschied sichtbar zwischen
funktionieren
und vertrauen.

Alle nicht gewünschten Verhaltensweisen entstehen in einem Zustand hoher Denkaktivität.
Mit der Trust Technique reduzieren wir diese Denkaktivität gezielt durch Ruhe.

Erst dann kann der Hund die Situationen objektiv wahrnehmen.
Erst dann ist echte Kommunikation möglich.
Und genau dort entsteht Vertrauen.

Nicht durch Konsequenz.
Sondern durch Sicherheit.

Und jetzt die entscheidende Frage:

Willst du, dass dein Hund funktioniert – oder dir so sehr vertraut, dass er sich in jeder für ihn unsicheren Situation an dich wendet?

„Expectation is the seed of disappointment.“
James French

Die Erwartung ist der Keim der Enttäuschung.


Ein Satz, der mich jedes Mal innehalten lässt. Sobald ich etwas erwarte, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich enttäuscht werde. Denn was mir meine Gedanken über die Zukunft vorgaukeln, ist in den seltensten Fällen die Wahrheit.

Das gilt für das Leben im Allgemeinen – und ganz besonders im Zusammenhang mit der Trust Technique. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich mir ein schönes Ergebnis ausmale oder mich vor dem fürchte, was meine Gedanken mir erzählen. In beiden Fällen bewege ich mich nicht im Jetzt, sondern verliere mich in Vorstellungen.

Wenn ich mich dazu entschließe, mit der Trust Technique zu arbeiten, und innerlich davon ausgehe, dass ich innerhalb kürzester Zeit massive Erfolge mit meinem Tier erleben werde – dann kann das zwar passieren, muss es aber nicht. Und wenn es nicht eintritt, kommt die Enttäuschung. Schnell wächst dann der Gedanke: „Auch das hilft mir nicht.“

Doch was wäre, wenn ich einmal ganz neu, ganz anders an die Sache herangehe – und erst einmal akzeptiere, dass die Situation ist, wie sie ist?
Dann habe ich bereits einen großen Schritt in Richtung Veränderung gemacht.
Ohne Druck. Ohne Ziel. Ohne Erwartung.

Ich beginne, täglich mit der Trust Technique zu üben. Und mit der Zeit werde ich Veränderungen bemerken – bei manchen Tieren früher, bei anderen später. Diese Veränderungen können positiv sein oder mich zunächst verwirren, weil mein Tier plötzlich ungewohnte Verhaltensweisen zeigt. Auch das nehme ich an – ohne gleich etwas daraus machen zu müssen.

Ich bin ausgestiegen aus der Spirale der Erwartung.
Ich akzeptiere den jetzigen Moment.
Ich bleibe bei der Anwendung der Trust Technique – Tag für Tag.
Ich freue mich auf das, was mein Tier mir zeigen wird.
Diese Haltung nimmt mir den Erfolgsdruck.
Und das wiederum macht mich empfänglicher für das, was wirklich geschieht.

Denn bei der Trust Technique geht es nicht in erster Linie darum, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Sie ist eine Reise.
Eine Reise, auf der du dich und dein Tier ganz neu kennenlernen wirst.
Wenn ihr den Weg des Vertrauens geht – also den Weg der Trust Technique –, dann ist das Vertrauen selbst bereits das Ziel. Und dieses Ziel verändert alles.

Je länger du mit der Trust Technique arbeitest, desto tiefer wird eure Verbindung. Das Vertrauen wächst. Dein Tier wird selbstbewusster, gelassener, weniger ängstlich. Es gibt immer weniger Gründe, heftig zu reagieren – auf welche Weise auch immer.

Und plötzlich bellt dein Hund nicht mehr, wenn andere Hunde kommen – weil er dir vertraut.
Du hast Verantwortung übernommen – ihm diese Last abgenommen.
(Das wird übrigens mein nächstes Thema.)

Wenn ich aber mit der Erwartung an die Trust Technique herangehe, dass mein Hund nie wieder andere Hunde anbellt, mein Pferd sich nie wieder erschreckt oder meine Katze mich nie wieder beißt, dann mache ich mir den Weg unnötig lang und schwer.

Verkürze ihn.
Erlerne die Trust Technique.
Lerne, wie du die Ruhe in dir findest – und wie du sie mit deinem Tier teilst.
Ganz ohne etwas zu erwarten.
Einfach nur, weil es sich für euch beide wundervoll anfühlt.

Und dann… werden wundervolle Dinge geschehen.
Mit der Zeit.
Und sie werden immer wieder geschehen – auch wenn du dein ursprüngliches Ziel längst erreicht hast.

🌍 Wie man die Welt verändert

Manchmal erscheint die Welt… überfordernd.
Lärm, Konflikte, Gier. Klimakrise, Kriege, Orientierungslosigkeit.
Und mittendrin wir – mit unseren stillen Fragen:
Was kann ich schon tun? Was ist mein Beitrag?

Es ist leicht, sich klein zu fühlen. Und gleichzeitig beginnt jede Veränderung genau dort: im Kleinen. Im Stillen. In der Beziehung, die direkt vor uns liegt.

Zum Beispiel in der Beziehung zwischen Mensch und Tier.

Wenn ich mit einem Menschen und seinem Tier arbeite, geht es nie nur darum, ein „Problem“ zu lösen. Es geht um etwas Tieferes. Um Verbindung. Um Vertrauen.
Wenn ein Mensch beginnt, innerlich still zu werden – mit der Trust Technique, durch bewusste Gegenwärtigkeit – dann verändert sich nicht nur das Verhalten des Tieres.
Es verändert sich die Beziehung. Die Atmosphäre.

Es entsteht Peace.
Und dieser innere Friede wirkt – wie ein stiller Klang, der weiterklingt.

Man könnte sagen: Ich arbeite nicht an Problemen. Ich bringe – mit Hilfe der Trust Technique – Frieden dorthin, wo Unfrieden ist. Und wo Frieden einkehrt, lösen sich Probleme ganz von selbst – oder verlieren ihre Bedeutung, können losgelassen werden.

Das ist keine große Weltrettungsaktion.
Es ist ein leiser Impuls.
Sogar einer, der wirkt.

Denn wenn sich die Welt dieses einen Menschen – und dieses einen Tieres – friedlicher anfühlt, dann verändert sich auch ihr Umfeld.
Ihre Begegnungen. Ihre Ausstrahlung.
Und so verändert sich die Welt.

Ein bisschen.
Ganz leise.
Und ganz real.

Und falls du dich fragst, wie das aussieht?
Manchmal wie zwei Wesen, die gemeinsam im Gras liegen und einfach nichts tun.

„Doing nothing when you are in a state of intense presence is a very powerful transformer and healer of situations and people.“

Eckhart Tolle

„Nichts zu tun, wenn man sich in einem Zustand intensiver Präsenz befindet, ist ein sehr kraftvoller Transformator und Heiler von Situationen und Menschen.“

Eckhart Tolle


🐾 Nicht korrigieren – sondern heilen

Gedanken zur Trust Technique


Die Trust Technique geht einen stillen, tiefen Weg – jenseits von Kontrolle oder Korrektur. Es geht nicht darum, Verhalten zu „reparieren“, sondern einen Raum zu schaffen, in dem Heilung möglich wird.


„Bei der Trust Technique geht es nicht darum, ein Tier zu korrigieren – es geht um Heilung.“
(James French)

Was für ein Satz. So schlicht – und so grundlegend anders als vieles, was wir gewohnt sind.

In der herkömmlichen Tiererziehung steht oft das Korrigieren im Mittelpunkt: ein Tier soll „funktionieren“, sich „benehmen“, möglichst keine „Probleme machen“. Wenn es das nicht tut, wird es „korrigiert“ – durch Stimme, Körpersprache oder Konsequenzen.
Das kann wirken –
aber zu welchem Preis?

In Situationen, in denen das Tier nicht „gehorcht“, steckt oft etwas anderes dahinter: Stress, Unsicherheit oder Angst.
Wenn in so einem Moment Druck ausgeübt oder gar bestraft wird – etwa, weil ein Pferd nicht weitergehen will oder ein Hund „nicht hört“ – ist die Folge häufig kein Lernerfolg, sondern ein tiefer Verlust von Vertrauen.
Wie im Buch „Dein Pferd testet dich“ von Daniela Vögele wundervoll empathisch beschrieben, kann eine solche Reaktion das Gefühl von Sicherheit in den Menschen beim Tier dauerhaft erschüttern – und es noch mehr in Rückzug oder Abwehr bringen oder, meiner Meinung nach, im schlimmsten Fall zu selbstschützendem Verhalten – welches aus menschlicher Sicht wieder der Korrektur bedarf.

Die Trust Technique geht einen anderen Weg.
Einen stillen, klaren – und zutiefst heilenden Weg.

Statt Verhalten zu korrigieren schaffen wir gemeinsam einen Raum innerer Ruhe – geprägt von Sicherheit, Vertrauen und ruhiger Denkaktivität. In dieser Qualität kann das Tier zur Ruhe kommen, beginnen, Situationen objektiv zu erfassen – und aus sich selbst heraus lernen.

Darüberhinaus:
Was es nicht mehr braucht, darf gehen.
Verhaltensauffälligkeiten und Ängste können losgelassen werden.

Es ist möglich, dass Heilung geschieht.
Weil wir anfangen zuzuhören.
Weil wir da sind, ohne Absicht – aber mit echter Präsenz.

Und genau das ist das Geschenk, das du deinem Tier mit der Trust Technique machen kannst:
Einen Raum, in dem es sich sicher genug fühlt, um sich selbst zu heilen.
Nicht über Nacht – aber Schritt für Schritt.
In seinem Tempo. Mit deiner ruhigen Begleitung.

Auch für uns selbst ist das heilsam.
Denn je mehr wir verstehen, dass Vertrauen und Ruher die Basis sind–
desto mehr kann auch in uns selbst Heilung wachsen.

Vertrauen ist alles.“

James French

„Dein Pferd testet dich“ – oder will es dir etwas zeigen/mitteilen?

„Dein Pferd testet dich“ © Daniela Vögele / Thalia.de

Es gibt Sätze in der Pferdewelt, die wir so oft gehört haben, dass sie uns ganz selbstverständlich erscheinen:

„Du musst der Boss sein.“
„Dein Pferd testet dich.“
„Das macht es nur, weil es keine Lust hat.“

Daniela Vögele, Trust Technique – Kollegin, hat diesem Gedanken ein stilles, tiefgehendes Büchlein gegenübergestellt:

„Dein Pferd testet dich – und andere Mythen und Irrglauben aus der Welt der Pferde und Reiter“
Ein echter Augenöffner, wie sie selbst sagt – und genau das ist es auch.

Was mich besonders berührt hat: die Ruhe, mit der Daniela schreibt.
Da ist kein Urteil, kein Fingerzeig – sondern eine sanfte, aber klare Einladung zum Umdenken.

Zum Beispiel: Was macht es mit einem Tier, wenn es Angst hat, wenn es uns auf seine Weise etwas mitteilen will – und dafür bestraft wird?
Das zerstört Vertrauen.

Denn wenn ein Pferd sich in einer Situation nicht sicher fühlt, braucht es einen ruhigen, verlässlichen Anker – einen Menschen, der es sieht und hört.
Doch wenn wir nicht hinhören, können wir nicht verstehen.
Und im ungünstigsten Fall bestrafen wir ein Tier für etwas, das in Wahrheit ein Ausdruck von Unsicherheit oder Angst ist.
So kann es passieren, dass das Pferd irgendwann mehr Angst vor der Reaktion des Menschen hat als vor dem ursprünglichen Auslöser seiner Angst.

Daniela nimmt solche Denkmuster behutsam auseinander – aus der Sicht des Tieres, mit viel Empathie und einem tiefen Verständnis für das, was zwischen Mensch und Pferd wirklich geschieht.

Für mich als Trust Technique Practitioner ist das ein ganz zentraler Gedanke:

Tiere tun nichts gegen uns – sie tun etwas für sich.
Und wenn wir ihnen zuhören, entstehen nicht Kontrolle und Gehorsam – sondern Verbindung.

Eine herzliche Leseempfehlung

Dieses kleine Buch lädt dazu ein, anders hinzusehen. Tiefer zu fühlen. Und gängige Vorstellungen über Pferde liebevoll zu hinterfragen.
📘 Erhältlich im Buchhandel für 15,90 €.
Hier bestellen bei Thalia

Vertrauen wirkt – auch im Alltag

Ich freue mich sehr über die Unterstützung durch den Barf-Shop Wolfshunger.de.

Sie glauben an meine Arbeit mit der Trust Technique® – und geben ihren Kund:innen 10 % auf meine Begleitung.

Eine so liebevolle Kooperation ist nicht selbstverständlich – und zeigt: Vertrauen zieht Kreise. 🐾💫


Die vielleicht wichtigste Übung für deinen Hund – gleich nach dem Rückruf!

Draußen lauern viele Gefahren – eine der größten: Überall finden sich Dinge, die aus Hundesicht fressbar wirken. Manche davon können hochgiftig sein. Im schlimmsten Fall endet das tödlich.
Deshalb ist diese Übung so wichtig – und sie ist im Sinne der Trust Technique (TT) beschrieben.

Der Einstieg – mit Creative Reaction (CR)

Was auch immer du deinem Hund beibringen möchtest – beginne mit dem ersten Prinzip der Trust Technique:

Creative Reaction (CR) – du erzeugst ein friedliches, stilles Umfeld.
In dieser Ruhe reagiert dein Hund mit innerer Entspannung, seine Denkaktivität sinkt (auf Level 4–5). Genau in diesem Zustand wird Verstehen möglich.

Die Übung im Detail

  1. Lege ein stark duftendes Leckerli, z. B. ein Stück Käse, unter ein Glas.
  2. Dein Hund wird neugierig schnüffeln.
  3. Dann bittest du ihn, sich zu setzen – wieder mit CR, ganz ruhig, ganz bei dir.
  4. Sobald dein Hund auf Level 4–5 ist, hebst du das Glas an und nimmst den Käse – CR!

Wichtig: Dein Hund bekommt jetzt nicht den Käse, sondern eine andere Belohnung – z. B. Leberwurst aus der Tube. Das hat sich beim Üben besonders bewährt.

Was passiert nun?

Du arbeitest immer im Tempo deines Hundes. Durch die wiederholte Anwendung von CR und widerholung der Übung, versteht er, was du beabsichtigst.
Dabei tritt das zweite Prinzip der Trust Technique in Kraft:

Realisation Learning (RL) – dein Hund versteht die Übung wirklich, und mit Freude startet ihr die nächste Runde.

Trusted Cooperation – Vertrauen in beide Richtungen

Nun folgt das dritte Prinzip:

Trusted Cooperation – du zeigst deinem Hund echte Dankbarkeit für seine Mitarbeit.
Vielleicht sagst du sogar:

„Danke – ich bin stolz auf dich!“

Das stärkt euer Band. Und natürlich gibt’s wieder Leberwurst.

Die nächste Runde beginnt wieder mit CR.

Von drinnen nach draußen

Wenn die Übung in verschiedenen Räumen zuverlässig klappt, bring sie nach draußen.
Dort beginnst du wieder ganz von vorn:

  • CR
  • Glas über dem Käse
  • Setzen
  • alternative Belohnung

In der Außenwelt brauchst du besonders viel Ruhe und Präsenz.

Ist dir aufgefallen, dass du bei dieser Übung ganz ohne Verbote arbeitest?

Du führst deinen Hund mit Ruhe und Klarheit – er versteht was du dir wünschst. Ganz ohne Druck oder Dominanz. Das wird eure Verbindung noch einmal sehr viel mehr vertiefen!

Die vier Grundpfeiler der Trust Technique

  • Peace (CR): Die Basis für jede Übung – du schaffst ein friedliches Umfeld auf das dein Hund reagiert..
  • Patience: Du bleibst geduldig und gehst immer im Tempo deines Tieres.
  • Persistence: Du bleibst konsequent in deiner Geduld – mit liebevoller Ausdauer.
  • Purpose: Du weißt genau, warum du diese Übung machst. Du tust das aus Liebe – für die Gesundheit und das Wohl deines Hundes. Nicht mehr, nicht weniger.

🐾 Das ist echtes Arbeiten mit der Trust Technique.
Ein Weg voller Ruhe, Verbindung und gegenseitigem Vertrauen.

„In der Stille geschieht Verbindung. In der Präsenz entsteht Vertrauen. Zusammen kann Heilung entstehen.“

Wenn wir mit Tieren arbeiten – besonders mit sensiblen Wesen wie Pferden – merken wir schnell: Es geht nicht nur darum, was wir tun, sondern wie wir sind.

Die Trust Technique® basiert genau auf diesem Prinzip. Sie lädt uns ein, aus dem Kopf in den Moment zu kommen. Gedanken beruhigen sich. Ein Raum der Achtsamkeit entsteht. Genau dort, in dieser inneren Stille, begegnen wir unserem Tier – auf Augenhöhe, ohne Worte, ohne zu Urteilen aber voller Vertrauen.

Diese Haltung erinnert an die Lehren von Eckhart Tolle: Präsenz als Schlüssel zur Verbindung. Tiere spüren, wenn wir wirklich da sind. Nicht wertend, ohne Erwartungen – einfach gegenwärtig im Hier und Jetzt.
Und aus dieser Präsenz wächst Vertrauen: achtsam, ehrlich, tief.

In dieser gemeinsamen Ruhe können alte Muster heilen – beim Tier genauso wie beim Menschen.

Die Trust Technique ist für mich keine Technik im klassischen Sinne.
Sie ist eine Einladung: zur inneren Stille, zu echter Beziehung und zu einer neuen Art des Miteinanders.
Eine Einladung, den gegenwärtigen Moment genauso anzunehmen, wie er ist.
Denn alles, was hier und jetzt geschieht, ist genau richtig – genauso, wie es geschieht.